Heft Online
Kommentar
Jetzt mehr Infos unter www.SUSonline.de Drucken E-Mail
Freitag, den 25. September 2009
Heinrich Niggemeyer, Redaktion SUS

Heinrich Niggemeyer, Redaktion SUS

Der tägliche Blick ins Internet ist für viele Schweinehalter mittlerweile selbstverständlich. Man will sich rasch tagesaktuell informieren oder ist auf der Suche nach Informationen zu einem bestimmten Thema.

Diesem Trend folgend verstärken wir ab sofort unsere Online-Aktivitäten und haben unsere Internetseite völlig neu überarbeitet. Unter der bekannten Adresse www.SUSonline.de erwarten Sie ab 5. Oktober einige nützliche Service-Leistungen, die Sie bislang noch nicht kennen:

• Auf der Startseite finden Sie nun wöchentlich aktualisierte Meldungen rund um die Schweinehaltung. Anmerkungen und Kommentare zu einzelnen Meldungen sind erwünscht.

• Unterwegs „schießen“ wir eine Menge Fotos. Einzelne finden Sie im Heft, doch bei weitem nicht alle. Künftig werden wir interessante Bilder zu den Reportagen und Beiträgen ins Netz stellen.Achten Sie bitte auf entsprechende Verweise unter einzelnen Texten im Heft.

• Sollten aussagefähige Filmsequenzen zu den Themen im Heft zur Verfügung stehen, werden wir auch diese auf unserer SUS-Homepage anbieten.

• Schon immer haben wir für Sie interessante Untersuchungen im Heft zusammengefasst und gleichzeitig umfassendere Informationen zum Versuch ins Internet gestellt. Diesen Service werden wir weiter ausbauen.

• Schauen Sie auch in den neuen Terminkalender. Dort finden Sie umfassende Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen, Seminaren, Workshops und Messen. Wenn Sie auf den eingebauten Navigator klicken, können Sie sich die Fahrtroute gleich anzeigen lassen.

• Über eine Suchfunktion sind alle Infos leicht abrufbar. Zudem lassen sich mithilfe der Volltextsuche zurückliegende Zeitschriftenausgaben bequem nach bestimmten Begriffen durchforsten.

Keine Sorge: Unsere Aufmerksamkeit gilt auch weiterhin in erster Linie dem Heft. Parallel dazu wollen wir aber auch den Online-Bereich weiterentwickeln. So werden Sie künftig an mehreren Stellen im Heft auf eine Verknüpfung von Print und Online stoßen. Dieser Mix erlaubt es uns, Sie liebe Leser, bei aktuellen Themen künftig noch umfassender, zeitnaher und intensiver zu informieren. Darauf freuen wir uns. Besuchen Sie uns im Internet!

Kommentar aus der
SUS-Ausgabe 5/09


 

 
Jungebermast – Euphorie ist fehl am Platz! Drucken E-Mail
Samstag, den 01. August 2009
Dr. Jens ingwersen, ZDS-Geschäftsführer

Dr. Jens ingwersen, ZDS-Geschäftsführer

Die aktuelle Diskussion über Alternativen zur traditionellen Ferkelkastration wurde vor knapp zwei Jahren mit der Deklaration von Noordwijk entfacht. In dieser Erklärung kündigten die Niederländer an, bis 2015 auf die Kastration zu verzichten.

Durch den grenzüberschreitenden Fleisch- und Lebens­mittelhandel entstand auch für uns starker Hand-lungsdruck. Als Übergangslösung wurde für Deutschland im Rahmen des QS-Programms die Schmerzbehandlung ab April 2009 vereinbart. Die in den Niederlanden beschlossene Methode mit der CO2-Betäubung wird in Deutschland und Dänemark aus Tierschutzgründen abgelehnt.

Dieses unterschiedliche Vorgehen zwingt dazu, eine gegenseitige Anerkennung herbeizuführen. Auf keinen Fall ist die Forderung des niederländischen Lebensmit-teleinzelhandels hinnehmbar, nur Fleisch von Tieren aus Betrieben zu vermarkten, in denen die Ferkel mit Betäubung bzw. gar nicht kastriert werden.

Dies könnte dazu führen, dass sich der Export in die Nieder­lande auf Fleisch von Tieren beschränkt, die als Ferkel aus Holland importiert und bei uns gemästet und geschlachtet wurden. Oder die Betriebe werden von ihren Abnehmern aufgefordert, auf die Kastration zu verzichten. Dabei wird schnell der Eindruck erweckt, dass eine Jungebermast problemlos möglich sei, wovor zu warnen ist.

Mit dem Verzicht auf die Kastration ist bekanntlich ein erhöhtes Geruchsrisiko für das Fleisch verbunden. Dieses Problem muss zunächst gelöst werden. Das erfordert züchterische Bemühungen, aber insbesondere eine praxistaugliche Geruchserkennung am Schlachtband sowie Maßnahmen im Bereich der Fütterung und der Fleischverarbeitung.

Einer Koordinierungsplattform im QS-Programm ist die Aufgabe gestellt worden, Forschung zu initiieren und zu koordinieren. Schließlich darf die Einführung von Alternativen nicht Konsumverzicht zur Folge haben oder den Markt spalten. Auch sind nicht zuletzt aus Tierschutzgründen Lösungen zu suchen, die verlust­reichen Rangkämpfe in der Jungebermast zu unterbinden. Zudem werden erhebliche logistische Herausforderungen zu bewältigen sein, die aus der speziellen Schlachtkörperqualität unkastrierter männlicher Schweine resultieren.

Dies setzt voraus, dass alle Beteiligten in der Kette konstruktiv an praktikablen, langfristigen Problem-lösungen mitwirken. Auch wenn schon Einiges auf gutem Weg ist: Euphorie ist angesichts der vielen offenen Fragen und Risiken fehl am Platz!

Kommentar aus der
SUS-Ausgabe 4/09

 
Absatz sichern - im In- und Ausland Drucken E-Mail
Freitag, den 29. Mai 2009
Heinrich Niggemeyer, Redaktion SUS

Heinrich Niggemeyer, Redaktion SUS

Trotz schwieriger Marktbedingungen haben wir es im letzten Jahr geschafft, die Schlachtzahlen um 2,7 % auf 55 Mio. Stück zu erhöhen. Im Außenhandel haben wir mit 2,6 Mio. t Fleisch- und Wurstwaren ein historisches Rekordergebnis hingelegt. Bezogen auf die Verarbeitungsware sind wir nun EU-größter Exporteur und beim Schweinefleischexport den Dänen dicht auf den Fersen.

Jetzt ist Stehvermögen gefragt, denn der Fleischabsatz im In- und Ausland ist kein Selbstläufer. Aktuell sind zwei Punkte entscheidend:

  • Zum einen muss nach dem Wegfall der CMA die Exportförderung neu aufgestellt werden. Dienstleistungen rund um das Exportgeschäft wie Messebeteiligungen und Marktinformationen will künftig die „German Meat“ koordinieren, eine von den exportorientierten Schlachtunternehmen getragene Plattform. German Meat erwartet aber konkrete Hilfestellungen von den zuständigen Bundesministerien, die wiederum ein Dachkonstrukt anstreben, um die Aktivitäten rund um die Exportförderung aller Agrarprodukte zu bündeln.
  • Zum anderen geht es darum, wie wir mit der aufgezwungenen Diskussion zur Ferkelkastration umgehen. LEH, Fleischwirtschaft und Bauernverband haben gemeinsam eine Erklärung zum Kastrationsverzicht abgegeben – wohlwissend, dass Eberfleisch wegen des entweichenden Geschlechtsgeruchs kaum genießbar ist. Wenn nun aus Tierschutzgründen die Kastration eingestellt werden soll, müssen Tiere gezüchtet werden, deren Geschlechtsgeruch man nicht unangenehm empfindet. Dazu müssen erst einmal die Erbanlagen für die geruchsintensiven Komponenten im Ebergeruch identifiziert werden.

Dies ist eine große Herausforderung, ebenso wie die Forderung nach einem automatischen Geruchsmelder am Schlachtband. Dazu müssen hochempfindliche Sensoren entwickelt werden, die unabhängig von Bandgeschwindigkeiten in die Schlachtprozesse integriert werden können.

Auch wenn das BMELV 1,2 Mio. €  Forschungsgelder bereitstellt, ist dies noch keine Erfolgsgarantie. Bis dahin müssen parallel sowohl die jetzt praktizierte Schmerzbehandlung vor der Kastration als auch andere Alternativen weiterentwickelt werden. Alles andere wäre fahrlässig!

Wollen wir Europameister beim Schweinefleischexport werden, müssen die aufgeworfenen Fragen zur Exportförderung und zur Ferkelkastration zügig beantwortet werden. Wir Deutschen essen am liebsten Schweinefleisch und deutsche Fleischware genießt weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Und das soll auch künftig so bleiben!

Kommentar aus der
SUS-Ausgabe 3/09

 
Schwarzwild - ernste Gefahr für den Schweinemarkt! Drucken E-Mail
Dienstag, den 19. Mai 2009
Helmut Ehlen, ZDS-Vorsitzender

Helmut Ehlen, ZDS-Vorsitzender

Mit großem Erfolg haben die deutschen Schweinehalter in den letzten Jahren trotz harter Marktbelastungen das Fundament dafür geschaffen, dass wir heute Nettoexporteur für Schweinefleisch sind. Diese stolze Leistung ist allerdings mit einer Abhängigkeit von den Drittlandsmärkten verbunden, die äußerst sensibel auf Negativmeldungen, z. B. in Bezug auf einen neuen Seuchenausbruch, reagieren.

Angesichts der stark expandierenden Wildschweinebestände ist die Seuchenvorsorge ein schwieriges Unterfangen. Die Population wächst weiter und dehnt sich in Regionen aus, in denen es bisher kein oder nur sehr wenig Schwarzwild gab. Abgesehen von zunehmenden Wildschäden auf Mais- oder Kartoffeläckern geht vom Schwarzwild die Gefahr der Schweinepest aus. Die positiven Befunde, die Anfang 2009 beim Schwarzwild im südlichen NRW festgestellt wurden, machen es deutlich. Zum einen sind die in der Region ansässigen Schweinehalter durch harte Handelsrestriktionen belastet. Zum anderen waren die Auswirkungen auf den Exportmarkt sofort zu spüren. Nicht auszudenken, wenn es zu einer Verschleppung ins nördlich gelegene Münsterland oder gar in einen Hausschweinebestand käme. Alle Bemühungen um die Öffnung von Exportmärkten wären von heute auf morgen zunichte. Das gilt besonders für den viel versprechenden japanischen Markt.

Was können wir tun? Zunächst einmal wurde unverzüglich eine Schutzimpfung für die regionale Wildschweinepopulation eingeleitet. Die Erfahrung zeigt, dass nur so eine erfolgreiche Bekämpfung beim Schwarzwild und damit eine Bannung der Seuchengefahr erreicht werden kann. Darüber hinaus sind die Jäger unter den Landwirten aufgerufen, mit Appellen an Jagdpächter und -kameraden dafür zu sorgen, dass Schwarzwild intensiver bejagt und gleichzeitig größtmögliche hygienische Vorsorge gegen eine Virusverschleppung geleistet wird. Ebenso wird allen Schweinehaltern höchste hygienische Sorgfalt zur Pestvorsorge abverlangt. Jegliche direkte oder indirekte Wildschweinekontakte, sei es durch Personen, Hunde, Katzen, Schadnager, Fahrzeuge oder sonstige Gegenstände, sind strikt zu vermeiden. Nachlässigkeiten können wir uns nicht leisten! Wir sprechen nicht von Kavaliersdelikten, sondern von gravierenden Schäden für den gesamten Wirtschaftssektor.

Kommentar aus der SUS-Ausgabe 2/09

 
Strukturwandel - kein Ende in Sicht Drucken E-Mail
Mittwoch, den 11. März 2009
Marcus Arden, SUS-Redaktion

Marcus Arden, SUS-Redaktion

Die Zahlen sind erschreckend. In nur zwölf Jahren sind 50 % der deutschen Sauenhalter aus der Produktion ausgestiegen. Landesweit gibt es derzeit nur noch knapp 30.000 Ferkelerzeuger, die im Schnitt 90 Sauen halten.

Auch in diesem Jahr ist damit zu rechnen, dass weitere Sauenhalter aussteigen. Einige Betriebsleiter werden die finanziellen Belastungen, die durch die Aufnahme zusätzlicher Kredite zur Liquiditäts finanzierung entstanden sind, schwer schultern können. Andere Betriebsleiter, für die die Betriebsaufgabe ohnehin beschlossene Sache ist, versilbern jetzt ihr Umlaufvermögen. Sie werden nicht bis zum nächsten Preistal warten und ihre Ferkel und Sauen angesichts der derzeit etwas besseren Erlössituation verkaufen.

Der Strukturwandel wird auch deshalb weitergehen, weil im Katastrophenjahr 2008 auf vielen Höfen die Entscheidung gereift ist, dass die nächste Generation nicht mehr weitermacht. Das Preistal wird somit noch lange nachwirken. Trotz dieser schwierigen Umbruchphase und struktureller Defizite wird die Ferkelproduktion in Deutschland weitergehen. Auch künftig wird es erfolgreiche und wettbewerbsfähige Betriebe geben. Allerdings müssen diese Prioritäten setzen.

• Unternehmerisch handeln und sein Ende festhalten! Wer z. B. gesunde Ferkel anbietet, muss nicht jede neue „Mode-Impfung“ im Betrieb einführen, nur weil dies den Absatz für die Vermarktungsgenossenschaft leichter macht. Preiswerter wäre es für alle Seiten, wenn der Vermarkter zunächst nach Mästern Ausschau hält, die auch mit ungeimpften Ferkeln zurechtkommen.
• Leistung zählt! Die eingesetzte Genetik muss in der Lage sein, mindestens 24 oder 25 Ferkel pro Sau und Jahr großzuziehen. Jedes mehr abgesetzte Ferkel bringt zusätzlich bares Geld.
• Ferkelvermarktung anpassen! 300er- bis 500er-Mastställe werden heute meist im Rein-Raus belegt, weil das für den Mäster arbeitswirtschaftlicher ist. Die Nachfrage nach Großpartien mit 300 bis 500 Ferkeln wird dementsprechend weiter zunehmen.
• Märkte genau beobachten! Die Agrarmärkte werden immer unberechenbarer, sie koppeln sich teils sogar vom realen Geschehen ab. „Zocker und Rohstoffhaie“ treiben die Börsenkurse in die Höhe, steigen von heute auf morgen aus und schicken die Preise auf Talfahrt.

Schließlich gilt: Wer auch künftig erfolgreich Ferkel produzieren will, braucht Erweiterungsmöglichkeiten. Denn die Größendiskussionen in der Ferkelproduktion dürften anhalten. Sie werden den Strukturwandel damit weiter anheizen.

Kommentar aus der SUS-Ausgabe 1/09

 
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