 Schweinetransport per LKW Das Risiko, dass die Afrikanische Schweinepest aus den Ländern Osteuropas in die EU eingeschleppt wird, ist nach Ansicht der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, gering. Die Behörde hat jüngst eine Risikobewertung durchgeführt. Demnach liegt das höchste Verbreitungsrisiko in den infizierten Regionen Russlands und dem Kaukasus. Dort finden nur wenige Transport- und Tierhaltungs-Kontrollen statt. Die Ansteckungsgefahr steigt dadurch enorm, so die Efsa. Die europäische Union kann sich weiterhin gut gegen die Afrikanische Schweinepest schützen, wenn nach wie vor intensive Kontrollen bei der Einfuhr von Lebensmitteln stattfinden. Dafür müssen die Grenzbehörden aber weiterhin finanziell und personell gut ausgestattet werden. Sparmaßnahmen sind der falsche Weg, so die Efsa. Unterbunden werden muss zudem auch in Zukunft der Handel lebender Schweine zwischen den betroffenen Regionen und der EU. Im Jahr 2007 wurde das Virus erstmals in Georgien entdeckt, danach breitete es sich in der Region weiter aus. Der jüngste Fall wurde Ende März 2010 bestätigt. |
 Moderner Schweinestall Die niederländische Interessensvertretung der Schweinehalter „Nederlandse Vakbond Varkenshouders“ (NVV) will eine telefonische Hotline einrichten, bei der sich Vertreter der Medienbranche über die moderne Schweinehaltung informieren können. Wie der NVV-Vorsitzende Wyno Zwanenburg mitteilte, werden seiner Meinung nach in den Medien nach wie vor zu viel Unsinn und Lügen über die Schweinehaltung verbreitet. „Einiges davon wird absichtlich gemacht, vieles aber aus Unwissenheit“, so Zwanenburg. Der NVV hofft nun, dass man mit Hilfe der Hotline viele Mythen beiseite räumen kann. Zwanenburg stellte im Vorfeld schon einmal klar, dass sich jede Interessensgruppe, der die Schweinehaltung am Herzen liegt, an der Hotline beteiligen kann. „Sollte sich niemand beteiligen, werden wir die Sache allein durchziehen“, so der NVV-Vorsitzende. |
 Ferkelkastration mit dem Skalpell Um den vollständigen Verzicht auf die Ferkelkastration zu erreichen, wollen Vertreter aus allen Stufen der Lebensmittelkette sowie des Deutschen Tierschutzbundes und des Bundeslandwirtschaftsministeriums den internationalen Austausch intensivieren. Dies wurde im Rahmen der jüngsten Koordinierungsplattform „Verzicht auf Ferkelkastration“ der QS-GmbH deutlich. Dabei wurde laut Darstellung von QS ersichtlich, dass sich Deutschland dank des großen Engagements in Forschung und Praxis im internationalen Vergleich nicht zu verstecken braucht. Vielfach nimmt die Bundesrepublik sogar die Innovationsführerschaft ein. Die Experten empfehlen aber auch, nicht auf Insellösungen zu setzen und ungeeignete Differenzierungen in den Märkten unbedingt zu vermeiden bis ein standardisiertes Alternativverfahren zur praxisorientierten Umsetzung festgelegt ist. Die Koordinierungsplattform hat im Oktober 2008 ihre Arbeit aufgenommen. Im Rahmen der Plattform werden zusammen mit allen an der Wertschöpfungskette Fleisch Beteiligten Forschungsvorhaben und Lösungsansätze zum langfristigen Ausstieg aus der Ferkelkastration koordiniert. |
 Dirk Nienhaus Ferkelerzeuger Dirk Nienhaus ist mit Leib und Seele Sauenhalter. Ihn reizt die Sauenhaltung mehr als die Mast, weil sie vielseitiger und abwechslungsreicher ist. Durch einen Genetikwechsel konnte er die Zahl der abgesetzten Ferkel pro Sau und Jahr auf 26,8 Tiere steigern.
Noch mehr Ferkel wünscht er sich nur dann, wenn die Sauen in der Lage sind, diese selbstständig groß zu ziehen. Kleineren Ferkeln hilft er mit der Gabe von Kaffeemilch auf die Beine. Streptokokkenprobleme verhindert er unter anderem durch den Einsatz von zwei Schwanzkupier-Geräten. Dadurch stellt er sicher, dass die Klingen immer ausreichend heiß sind. Um Infektionsketten zu unterbrechen, gehört die Reinigung der Abferkel-, Deck- und Warteabteile vor jeder Neubelegung zu den Routinemaßnahmen.
Jede Reinigung ist günstiger als der Tierarztbesuch, argumentiert der Landwirt. Beim Futter gibt es für ihn keine Kompromisse. Dirk Nienhaus setzt auf hochwertige Komponenten. Die Premuim-Schiene ist zwar 8 bis 10 % teurer als eine Standardmischung, bringt aber auch einen Mehrerlös, weil die Zuwächse höher sind. Die gesamte Reportage lesen Sie in der SUS-Ausgabe 2/2010 ab Seite 22. In der Bildergalerie haben wir einige Fotos vom Betrieb zusammengestellt.
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 Schlachthaelften Mehrere Subunternehmer des drittgrößten deutschen Fleischvermarkters Westfleisch sitzen laut einem Bericht der in Münster erscheinenden Zeitung Westfälische Nachrichten in Untersuchungshaft. Ihnen wird Sozialversicherungsbetrug in Höhe von sechs Millionen Euro vorgeworfen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Dienstag. Er bestätigte damit Angaben des ARD-Magazins «Report Mainz». Insgesamt sind am Montag sechs Männer festgenommen worden. Sie sollen als Vertragspartner von Fleischvermarktern über mehrere Jahre Sozialabgaben von Angestellten in Schlachthöfen nicht in voller Höhe abgeführt haben, so der Sprecher. Den sechs Beschuldigten drohen demnach bis zu fünf Jahre Haft. Hauptbeschuldigter soll ein 46 Jahre alter Unternehmer aus Mönchengladbach sein. Ihm und zwei weiteren Beschuldigten sollen etwa 30 Gesellschaften gehören, die Schlachthelfer an Fleischvermarkter - darunter Westfleisch - vermittelt haben sollen, um in deren Schlachthöfen Schweine zu zerlegen. "Hinter diesen Subunternehmen hängen weitere Subsub-Unternehmen, denen die drei weiteren Beschuldigten zuzuordnen sind“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Insgesamt gehe man von einem Geflecht von 100 Sub-Unternehmen aus. Bereits im April 2006 seien etwa 45 Firmen untersucht und 2500 Ordner sichergestellt worden. 2008 habe es dann weitere Untersuchungen in rund 45 Firmen gegeben, schreibt die Münstersche Zeitung in ihrer Onlineausgabe. |
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